Bericht über den Informationsbesuch von Mitarbeiter*innen der Sahlgrenska Universität Göteborg vom 03.05-04.05.2018

 Zweck des Besuchs

Festigung der während der Reise der Selbsthilfegruppe (SHG) für Arm- und Beinamputierte in der Region Hannover vom 12.05.-15.05.2016 geknüpften Beziehung und fachlicher Austausch.

Tag 1

03.04.2018, 10.00-22.00: Besuch der Fa. Ottobock in Duderstadt.

Teilnehmer*innen: 2 Ärztinnen, 1 Professorin für Physiotherapie und 1 Ingenieurin der Sahlsgrenska Universität; 6 Mitglieder der SHG; 8 Mitarbeiter*innen der Klinik für Rehabilitationsmedizin der MHH

Nach einer Firmenpräsentation wurden die Unterschiede der verschiedenenamputierte Menschen rehabilitiere, gleichwohl in vielen Fälle die Kompetenz, aufgrund der geringen Fallzahlen nicht vorhanden sei. Die Fa. Ottobock ist derzeit dabei ein Register derjenigen Rehabilitationskliniken zu erstellen, die häufiger Menschen nach Beinamputationen versorgen.

Nach einem gemeinsamen Abendessen und einem netten Austausch im Hotel zum Löwen ging es wieder zurück nach Hannover.

Gruppenfoto vor dem Hauptgebäude der Fa. Ottobock in DuderstadtGruppe   


Tag 2

04.05.2018, 10.00-22.00: Besuch MHH und Präsentationen

Teilnehmer*innen: 2 Ärztinnen, 1 Professorin für Physiotherapie und 1 Ingenieurin der Sahlsgrenska Universität; 1 norwegische Physiotherapeutin; 9 Mitglieder der SHG; 7 Mitarbeiter*innen der Klinik für Rehabilitationsmedizin; 1 PMR-Arzt aus München, jeweils 1 Physiotherapeut von Brandes & Diesing sowie John & Bamberg; jeweils 1 Orthopädiemechaniker-Meister von Brandes & Diesing sowie John & Bamberg;Herr Prof. Dr. Greiteman

Morgens bis nachmittags hospitierten die beiden schwedischen Ärztinnen bei Herrn Dr. Aschoff, der an diesem Tag mehrere Patient*innen mit dem Endo-Exo-Verfahren operierte. Um 13.00 Uhr begrüßte Herr Prof. Dr. Gutenbrunner die Gäste im Namen der MHH. Im Namen der SHG Amputierte der Region Hannover begrüßte Irmgard Timpe die Anwesenden, bedankte sich für den bereits erfolgten und zukünftigen fachlichen Austausch, und adressierte die Möglichkeit des voneinander Lernens – vor allem hinsichtlich der Einrichtung eines Amputationsregisters, welches in Schweden bereits seit längerem existiert.

Im Anschluss führten Herr Dr. Schiller sowie zwei Physiotherapeutinnen die Anwesenden durch die Klinik für Rehabilitationsmedizin, im Anschluss präsentierte Herr Egen das deutsche Gesundheits- und Rehabilitationssystem. Herr Prof. Dr. Greitemann ging in seiner folgenden Präsentation auf die Rehabilitation nach Beinamputation ein. Die Zahlen von Majoramputation sind in Deutschland eher rückläufig während Amputationen am Fuß und an den oberen Extremitäten tendenziell zunehmen. Während in Deutschland derzeit die prothetische Versorgung (Interimsprothese) bereits im Akutkrankenhaus eingeleitet wird, vertritt Herr Prof. Dr. Greitemann die Meinung, dass diese innerhalb der 3-4 wöchigen Anschlussrehabilitation (AHB/AR) erfolgen solle: einerseits aufgrund der postoperativen Stumpfproblematik bei initial stark wechselnden Stumpfvolumina (postoperatives Ödem), anderseits sind technische Anpassungen einer Interimsprothese in der AR mit organisatorischen Hindernissen verbunden, wenn die Prothese/der Schaft bereits extern erstellt wurde.

Im Anschluss präsentierte Frau Briest das neue Projekt der Klinik für Rehabilitationsmedizin, das sektoren- und trägerübergreifend sowie multimodal ausgerichtet ist. Es besteht aus vier Modulen:

  1. Einsatz einer koordinierenden Instanz (Entlastung der Betroffenen vor allem von organisatorischen Hürden)
  2. Interimsphase in der Ambulanz der Klinik für Rehabilitationsmedizin vor der AR (inkl. C02-Stumpfbehandlung, Kontaktvermittlung zur SHG, Anpassung Interimsprothese sowie psychologische Unterstützung etc.)
  3. AR in der Region Hannover
  4. Vermittlung in ein zu bildendes Netzwerk in der Region Hannover (Physio- und Ergotherapeuten & Hausärzte).

Anschließend wurden nochmals die Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden vertieft.

Ab 18.00 Uhr gab es noch eine Einladung ins Restaurant Trio des Vereins zur Förderung der Klinik für Rehabilitation e.V.